Über uns
Unsere Geschichte und Entstehung
Ein niedriges Blockhaus mit rot gestrichenen Holzlatten, auf dem Flachdach ein schmales, schräg aufgestelltes Holzkreuz, das ist die Hütte Geborgenheit. Es ist die Kirche der größten Sinti-Familie Hamburgs, aus welcher auch der bekannte Jazzmusiker Giovanni Weiss stammt.
Die Hütte Geborgenheit ist ein schlichter Raum ohne Schmuck. Nur ein paar Spruchbänder mit biblischen Zitaten hängen an den Wänden. Neben dem Lesepult für die Predigt steht ein uraltes Klavier. Im Gottesdienst wird auch gesungen, aber am wichtigsten ist das Wort.
Das Wort Gottes soll überzeugen.
Seine Botschaft haben viele Sinti, wie auch Giovanni Weiss, schon früh kennengelernt, in den Kinderstunden hier bei Tante Gertrud. Tante oder Schwester Gertrud, das war die Anrede für Gertrud Wehl von der Mission für Süd-Ost-Europa. Sie kam in den 50er-Jahren nach Hamburg um die Sinti-Familien zu bekehren.
Aber die Ältesten lehnten das erst mal ab, sie waren misstrauisch.
Doch dann kam 1962 die Flut.
Damals lebte die Sinti Großfamilie auf einem Platz der Elbinsel in Baracken und Wohnwagen. Als die Flut kam, sagten die Ältesten, wenn wir das überleben, dann glauben wir an Gott.
Und was die Ältesten sagen, wurde gemacht.
In der Sturmnacht flüchteten die Familienmitglieder in eine Schule. Nicht nur sie blieb unversehrt, auch der Wohnplatz der Sinti-Familien war trocken geblieben.
Das war der Beginn der evangelischen Sinti-Gemeinde.
Tante Gertrud Wehl mit Sinti Kindern
In den 80er-Jahren zogen die Familien, zum denen etwa 500 Mitglieder zählen, in eine Reihenhaussiedlung um, die die Stadt Hamburg für sie gebaut hatte.
Dort entstand auch die Hütte Geborgenheit.
Quellennachweis:
Auszug aus Hamburger Abendblatt vom 11.10.2016 von Ann-Britt Petersen
Unter dem Titel Wunderkind mit tiefem Glauben über den Jazzmusiker Giovanni Weiss.
Die ursprünglich nur in Hamburg-Wilhelmsburg ansässige Gemeinde Hütte Geborgenheit hat in über 70 Jahren deutschlandweit Gemeindeableger gebildet und heute gehören nicht nur Sinti zur Gemeinde. Sie steht allen Menschen offen die den Weg zu Gott suchen.